Die Wunderwelt der Sinne

30. September - 2. Oktober 2009

Mit unseren Sinnen nehmen wir unsere Umwelt wahr und wir lernen, sie zu begreifen. Einen Hund kann man nicht nur sehen, sondern auch hören, riechen und fühlen.  5 Sinne bilden das Tor zu einer außergewöhnlichen und facettenreichen Welt.

 

Um auf eine Entdeckertour durch das Land der Sinne zu gehen, konzipierten wir klassenstufenübergreifende sowie fächerverbindende Projekttage unter dem Motto „Wunderwelt der Sinne“. Die Entdeckertour wurde in Form von vielfältigen Stationen aufbereitet, in denen die Schüler spielerische Selbst- und Körpererfahrungen machen konnten. Vom 30.9. bis 1.10.2009 erkundeten die Schüler in Kleingruppen, auf welche Weise wir mit unserer Umwelt kommunizieren und welche Auswirkungen die Sinnesorgane auf Verhaltensweisen haben. Sie  beschäftigten uns mit dem Aufbau der Sinnesorgane und unternahmen vielfältige Experimente.

 

Der Geschmackssinn wurde von Frau Ramona Schneider vorbereitet und betreut. Sie bot den SchülerInnen abwechslungsreiche Geschmackserlebnisse. Liebevoll gestaltete Arbeitsblätter sowie ein durch die GTA-Fördermittel gekauftes Modell der Zunge brachten den SchülerInnen den Aufbau der Zunge und die Geschmackszonen nahe. Kreativ setzten die Schüler ihr erworbenes Wissen über die Geschmacksrichtungen um, indem sie gemeinsam ein Plakat darüber gestalteten.

 

Den Hörsinn betreute Frau Andrea Henkert. Sie setzte in ihrer Stationsarbeit zwei größere Schwerpunkte. Zum Einen gab sie den SchülerInnen die Möglichkeit die Gebärdensprache kennen zu lernen und auszuprobieren. Fundiert wurden diese spielerischen Erfahrungen durch einen Informationstext zur Gehörlosigkeit. Zum Anderen konnten die Schüler verschiedene Experimente zum Thema „Schall“ durchführen (Dosentelefon, Flaschenorgel). Durch ein Ohrmodell konnten sie den Weg des Schalls vom Sender zum Ohr nachvollziehen. Neben diesen Schwerpunkten konnten die SchülerInnen ihre differenzierte Wahrnehmung im „Geräuschememory“ und im Erraten von Alltagsgeräuschen schulen.

 

Frau Franziska Viertel war für die Organisation und Durchführung des Tastsinns zuständig. Bei ihr lernten die SchülerInnen die Bedeutung des Tastsinns kennen. Neben den Händen fühlten sie auch intensiv mit ihren Füßen. Auf einer „Fühlstraße“ entdeckten sie den Unterschied von Papier, Fliese, Teppich, Sisal und anderen Materialien auf nackter Haut. Sie wurden zu großen Baumeistern, indem sie zunächst ihre Bauobjekte erfühlten und anschließend nachbauten. Desweiteren schulten sie mit Reissäckchen ihren Gleichgewichtssinn und lernten die Auswirkungen der Sinnesorgane auf diesen kennen. Sie übten sich in der Einschätzung von gleich aussehenden Gewichtssäckchen, die sie mittels Körperwaage verglichen, um  anschließend ihre Einschätzung mit Hilfe einer Balkenwaage zu überprüfen. Fundiert wurden die erlebnisorientierten Stationen durch kindgerecht  aufgearbeitete Informationstexte.

 

Der Geruchssinn lag in der Verantwortung von Frau Gabriele Falke und Frau Rosi Findeisen. Hier konnten die SchülerInnen bei einem Geruchslotto 10 Düfte (Gewürze, chemische Stoffe) riechen und blind wieder erkennen sowie gleiche Gerüche einander zuordnen. Sie lernten aber auch die Nase als „Multitalent“ kennen und wurden kreativ, als sie eine Duftblume mit ihrem Lieblingsduft bastelten.

 

Den Augen näherten sich die SchülerInnen unter Anleitung von Frau Klemens (Erzieherin an einer Sehbehindertenschule) und Frau Frances Möbius. Neben Erklärungen konnten die SchülerInnen mit Hilfe eines Modells den Aufbau des Auges kennen lernen. Sie tauchten in das Reich der optischen Täuschungen ein und erlebten mittels spezieller Brillen hautnah, wie es ist, die Umwelt mit eingeschränktem Sehsinn wahrzunehmen. Dadurch, sowie durch das Ausprobieren der Blindenschrift lernten sie Verständnis und Rücksichtnahme für Menschen mit derartigen Einschränkungen.

 

In den Stationen wurden die Betreuer unterstützt durch engagierte und aufmerksame Hortnerinnen, mit deren Hilfe die Projekttage reibungslos und lehrreich verliefen.

 

Ein Höhepunkt unserer Projekttage war die Vorführung einer Blindenführhundstaffel am 01.10.2009 Herr Myke Preiss  bildet seit sechs Jahren in Chemnitz Blindenführhunde aus und zeigte den SchülerInnen eindrucksvoll die Aufgaben eines Blindenführhundes. Anschaulich wurde seine Ausführung durch die Vorführung drei seiner Zöglinge. Einzelnen SchülerInnen der dritten Klasse wurde es ermöglicht, sich von einem der Hunde führen zu lassen.

 

Einen schönen Abschluss unserer Projekttage bildete die Projektfahrt ins Hygiene Museum nach Dresden.  Die SchülerInnen unternahmen in ihrem Klassenverband spezielle,  auf ihr Alter abgestimmte Führungen. Dabei erkundeten Klasse 1 und 2 in der neuen Sonderausstellung „Kopfüber-herzwärts“ über die Darmrutsche den Verdauungsvorgang und wurden durch Fragen zur Reflexion ihrer Selbst- und Sinneswahrnehmung angeregt. Klasse 3 vertiefte in der Dauerausstellung „Unsere 5 Sinne“ die Erkenntnisse der vergangenen zwei Tage mittels weiterführender Experimente und Erlebnisse.

 

Durch das gemeinsame Busfahren sowie das Erleben der gesamten Projektzeit verstärkte die Schule den Gemeinschafts- und Teamgedanken. Die SchülerInnen konnten ihre Sozialkompetenz erweitern.