Ausgehend von unserer Konzeption bleiben bei uns an der Ev. Grundschule die Kirchenjahreszeiten nicht nur Theorie, sondern bestimmen den Schulalltag wesentlich mit. So gestalteten wir den regelmäßig montags stattfindenden gemeinsame Morgenkreis zum Wochenbeginn in der Passionszeit in erweiterter Form als Passions-Andacht. Das Zentrum eines Bodenbildes, ein großes violettes (entsprechend der aktuellen liturgischen Farbe) Kreuz ergänzten wir in den sieben Wochen mit immer neuen Utensilien, die auf dem Weg Jesu zum Kreuz eine Rolle spielten. Dabei entwickelten sich einige biblische Geschichten recht hautnah. Nach der Erzählung vom blinden Barthimäus, dem Jesus zum Sehen verhalf, verzichteten manche Kinder auf einen Teil ihres Taschengeldes. So sammelten wir an unserer Schule 158 €. Über die Christoffel Blindenmission bezahlen wir damit u.a. die Kosten, die bei einer Operation von einem Kind in Afrika entstehen, damit es wieder sehen kann.
Den letzten Schultag vor den Ferien, den „Tag vor Karfreitag“, schlossen wir mit einem Gottesdienst in der Frankenberger St. Aegidienkirche ab. Wir wollten den Leiden und Schmerzen von Jesus bei seiner Verurteilung und Kreuzigung ein Stück näher kommen. Das, was den Kindern schwer ist, was sie belastet, durfte Gestalt gewinnen in den Steinen, die sie in den Händen hielten. Weil Jesus durch seinen Weg zum Kreuz unsere Lasten verstehen kann und sie tragen helfen will, legten die Kinder ihre Steine am Kreuz ab. Eine Schale mit Erde, in die Samen von Ostergras gesät wurde, zeigte auf, dass Hoffnung besteht, dass noch nicht alles vorbei ist. Aber wie es das Warten auf die keimende Saat braucht, braucht es auch das Warten auf Ostern. Mit diesem Ausblick gingen wir in die Ferien.
Und so konnten wir am ersten Tag nach den Ferien mit einem Projekttag richtig schön gemeinsam Ostern feiern. Wir begannen mit einem gemeinsamen Gottesdienst in unserem Mehrzweckraum. „Kommt, und seht! Das Grab ist leer!“ So sagte es der Engel zu den drei Frauen und so sangen es die Kinder. Danach erlebten die Kinder auf fünf Stationen auf ganz unterschiedliche Weise, was zu Ostern alles gehört. Beim „Ostersport“ im Stadtpark gab es zum Beispiel große Autoreifen, die an den schweren Rollstein erinnerten, mit dem das Felsengrab von Jesus verschlossen wurde. Die Autoreifen mussten um die Wette über einen Parcours gerollt werden. Das erforderte Kraft und Geschick. Bei der „Ostersuche“ fanden die Kinder zunächst ihrer Gruppenfarbe entsprechende Puzzle-Teile. Zusammengesetzt ergaben diese ein Bild, das die Kinder deuten mussten. Als das geschafft war, ging es auch noch auf die Suche nach Schokoladenhasen. Die Station „Osterspiel“ entpuppte sich als ein Endloswürfelspiel, bei dem unterschiedliche Ostersymbole wie Glocke, Kerze, Sonne, … spielerisch mit Leben erfüllt wurden. Aufgrund einer der gezogenen Aktionskarten wurde nun auch unser Strauß mit bunten Eiern geschmückt. Bei der Station „Ostergeschichte“ ging es um ein Erlebnis, wie Menschen nach der biblischen Zeit Ostern erfahren haben.
Beim „Osterbasteln“ konnten die Kinder ihre ganze Kreativität entfalten und am Ende sogar noch ein Muttertags-Geschenk mit nach Hause nehmen.
Es war ein erfüllter und fröhlicher Tag, bei dem die Kinder trotz aller Lockerheit mit Sicherheit auch Manches gelernt haben. Übrigens – weil die Osterzeit ja bis Himmelfahrt geht, Ostern also immer noch nicht vorbei ist, werden wir das in der Schule auch durch unseren Schmuck deutlich machen.
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