Vom Korn zum Brot

Die wesentlichen Abschnitte dieses Projektes lagen im Zeitraum zwischen März 2010 und Juni 2010. Da logischerweise in so einem Zeitraum nicht immer alle Kinder aus allen Klassenstufen zusammen am Projekt arbeiten konnten, wechselten sich schulübergreifende mit klassenstufeninternen, in den Normalunterricht einbezogenen mit über den üblichen Unterricht hinausgehenden Etappen ab.

 

Es ergab sich, dass sich auch Elemente der Frühlings-, Passions- und Osterwerkstatt und der Sommerwerkstatt mit Elementen dieses Projektes überschnitten.

 

Im folgenden Bericht werden die einzelnen Aktivitäten chronologisch aufgeführt – egal ob sie von allen Schülern der Schule oder nur von einem Teil erlebt werden konnten:

 

22.03.2010: Die Schüler der 2. Klasse säen in Partnerarbeit verschiedene Samen in Pflanzschalen, ohne zu wissen, welche Samen das sind. Sie werden aufgefordert, anhand des Aussehens Vermutungen anzustellen. Später wird sich herausstellen, dass unter den elf verschiedenen Samen Roggen, Gerste, Weizen, Hafer, Gras und „Heusame“ versteckt sind, die gepflegt und beobachtet werden.

 

25.03.2010: Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Passah-Mahls und des letzten Mahles Jesu, das die Kinder nachgestalten, backen die Kinder in Vierergruppen ungesäuerte Fladenbrote. Dabei kommt auch zur Sprache, dass dafür teils Weizen und teils Mais verwendet wurde.

 

21.04.2010: Nach langer, nasser Wetterperiode ist über die Osterferien hauruck die Zeit gekommen, in der die Landwirte endlich ihre Frühjahrsbestellung durchführen können. Eine Absprache mit der Seifersbacher Land AG endet mit dem Kompromiss: Wir einigen uns auf einen Termin, den wir auch den Eltern mitteilen können und treffen uns dann mit Mitarbeitern der Land-AG – egal ob zu diesem Zeitpunkt gerade die Drillmaschine im Einsatz ist oder nur vorgeführt werden kann. Leider tritt die zweite Variante ein. Auf einem großen Wiesenstück fährt bei recht ungemütlichem Wetter die große Maschine vor. Herr Göbel von der Land AG und einer seiner Mitarbeiter stehen den Kindern Rede und Antwort, was der „Koloss“ alles kann, wofür die einzelnen Teile zuständig sind, wie viele Körner in einer Minute ausgestreut werden, … Am Schluss dürfen die Kinder nach Herzenslust auf der Drillmaschine herumklettern  und einige sogar ein kleines Stück mitfahren. Die Witterungsbedingungen lassen manches Kind frösteln – aber wie mühsam die Arbeit in der Landwirtschaft sein kann, merken damit auch die Letzten.

 

Von diesem Zeitpunkt an kommt das Thema den einzelnen Klassenstufen gemäß im Unterricht vor, besonders in den Fächern Sachkunde bzw. im Religionsunterricht beim Thema Schöpfung.

 

28.04.2010: Die zweite Klasse bekommt kurzfristig die Gelegenheit, einen Landwirt zu besuchen und dort hautnah die Aussaat von Mais zu erleben.

 

08.06.2010: Im Unterricht der zweiten Klasse entsteht ein Kasten, in dem an über 15 Beispielen deutlich wird, wie viele unterschiedliche Blütenstände es bei Gräsern gibt und dass die Getreidearten zu den Gräsern gehören. Das Anschauungsmaterial steht seitdem auf einem Festerbrett im Schulhaus.

 

10.06.2010: Alle Kinder der Schule fahren innerhalb ihrer Klasse nach Braunsdorf und werden dort vom Müllermeister Herrn Rolle durch die Weber-Mühle geführt. Dabei lernen die Kinder auch die wichtigen und gesunden Bestandteile des Getreides kennen und können abschätzen, welches Brot wirklich wertvoll ist.

11.06.2010: Die Kinder der dritten Klasse dürfen in der Bäckerei Meseg zusehen, wie aus Mehl Brot wird und backen sich jeder ein eigenes Brot, das sie mit nach Hause nehmen können.

 

23.06.2010: Im Rahmen der Sommerwerkstatt beschäftigen sich die Kinder der dritten Klasse in Gruppenarbeit mit den Themen:

 

„Das Brot in der Bibel“ (exemplarisch an drei Bibelstellen finden die Kinder heraus, dass das Brot oft eine Rolle spielt bei der Fürsorge für die Armen [Jes 58,6-7]; dass auch Jesus den Hunger der Menschen ernst nimmt und viele satt macht [Mk 6,34 ff]; dass das Teilen von Brot zum Kennzeichen für Jesus und seine Gemeinde geworden ist [Lk 24,13 ff])

 

„Unser tägliches Brot gib uns heute – die zentrale Bitte im Vater unser“ (Anhand der Erklärung von Martin Luther und anderer Ausführungen erkennen die Kinder, dass Brot zeichenhaft stehen kann für alles, was zum Leben nötig ist. Und sie merken, dass das Danken und Bitten dem Wert des Brotes auch bei Gott entspricht.)

 

„Vom Korn zum Brot – wie dieses Thema in Liedern vorkommt“ (die Kinder untersuchen gemeinsam unterschiedliche Liedtexte und gestalten deren Aussagen.)

„Vom Korn zum Brot – ein langer Weg“ (im wesentlichen gestaltet ein Kind die einzelnen Etappen vom Samenkorn über das Wachsen, Ernten … bis zum Bäcker in einem Fries)

 

„Wowa und Krümel – eine Geschichte vom Wert des Brotes“ (Die Kinder versuchen, diese Geschichte szenisch darzustellen.

 

Es entstehen vier große Plakate, die im Schulhaus präsentiert werden.

 

24.06.2010: Nach Sport und Spiel in der Sommerwerkstatt erleben alle Kinder der Schule das Theaterstück von „Wowa und Krümel“

 

25.06.2010: Schuljahresabschlussgottesdienst. Alle Schüler, die Lehrer und Erzieher, Vertreter des Trägervereines und Eltern treffen sich in der Stadtkirche. Auf der Grundlage des Bibeltextes von 2. Kor 9,6 ff geht es noch einmal um den Samen, den Gott schenkt, das Wachsen (sowohl in der Natur als auch in uns drin an Erkenntnissen, Erfahrungen, Vertrauen, Freude, …), und Reifen und um die Früchte zum Leben, über die wir uns freuen dürfen, die wir aber auch teilen und weitergeben sollen. So hat das Projekt einen würdigen und öffentlichen Abschluss gefunden.

 

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